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Buchrezension: Das Glück wächst nicht auf Bäumen

Sonntag, Juli 19, 2015

Cover und Klappentext von Goldmann
Allgemeines

Titel: Das Glück wächst nicht auf Bäumen
Autor: Wendy Wunder
Verlag: Goldmann
Preis: 14,99 €
Seiten: 320
Genre: Jugendbuch

Klappentext

Hannah ist schüchtern, angepasst und fällt ungern auf. Zoe ist impulsiv, temperamentvoll und liebt es, unsinnige Dinge zu tun. Hannah und Zoe sind beste Freundinnen. Nichts und niemand könnte sie trennen. Als Zoe den Drang verspürt, aus ihrer kleinen Heimatstadt in New Jersey zu verschwinden, zögert Hannah keine Sekunde, sie zu begleiten. Gemeinsam machen sie sich mit ihrem Auto auf und lassen alles hinter sich: ihre Eltern, ihre enttäuschten Lieben, das College. Und während sie Tornados jagen, Kermit befreien und neue Freunde finden, begreift Hannah immer mehr, was Zoe ihr zeigen will: dass das Leben wunderschön ist, dass man Grenzen einreißen darf, dass es Spaß macht, mutig zu sein. Und Hannah weiß auch, dass ihnen vielleicht nicht mehr viel Zeit bleibt – denn Zoe ist krank und jeder Tag mit ihr ein kostbares Geschenk.



Zitat

Manchmal ist die Wirklichkeit einfach zu öde und traurig. Dann muss
man seine Fantasie einsetzen. Eine kleine Prise Vorstellungskraft, und
schon ist die Welt viel bunter. Was die Leute oft vergessen, wenn sie
älter werden. Sie vergessen die Macht der Fantasie.


Meine Meinung

An "Das Glück wächst nicht auf Bäumen" bin ich ohne große Erwartungen herangegangen. Das Cover ist eher unscheinbar, der Titel zwar ansprechend, aber auch nicht besonders auffällig und der Klappentext klang nach einer lockeren Sommergeschichte. Doch trotz meiner niedrigen Erwartungen hat mich Wendy Wunder enttäuscht.

Die Grundidee finde ich eigentlich nicht so schlecht. Die beiden unterschiedlichen Freundinnen Zoe, die Impulsive und Lebenfrohe, und Hannah, die Unscheinbare, Schüchterne, machen einen Road Trip, um zu erkennen, wie schön das Leben sein kann. Sehr spannend finde ich, dass es doch keine ganz einfache Sommerlektüre ist, da Zoe eine bipolare Störung hat, eine ernste psychische Erkrankung, über die ich bislang erst wenig gelesen habe, jedoch hat mir Wendy Wunder zu wenig über die Krankheit erklärt. Ich konnte Zoe nicht immer nachvollziehen, einfach, weil ich zu wenig über ihre Krankheit wusste.
Auf ihrem Road Trip machen Zoe und Hannah die verrücktesten Dinge - übernachten im Ikea oder im Pinguinhaus, ... -, was zwar sehr amüsant war, irgendwann mir aber zu überzogen vorkam.
Außerdem sprang die Handlung oft schnell von einem zum nächsten Punkt und es war als Leser schlecht nachvollziehbar, was zwar gut zu Zoes Krankheit gepasst hat, mich aber vor allem deshalb verwirrt hat, weil das Buch nicht aus Zoes, sondern aus Hannahs Sicht geschrieben ist.
Sehr schlecht umgesetzt finde ich in diesem Roman die Liebesgeschichte zwischen Danny und Hannah, die hätte die Autorin in meinen Augen auch einfach weglassen können.

Zu Anfang, vor allem, bevor ich von Zoes bipolarer Störung wusste, mochte ich die Charaktere sehr gerne. Hannah war mir zwar etwas blass, aber Zoe hat mir gut gefallen und ein wunderbarer Nebencharakter, der allerdings auch am Ende für mich nicht mehr ganz nachvollziehbar war, ist Noah, Zoes kleiner Bruder.
Im Laufe der Handlung konnte ich aber auch mit den Charakteren immer weniger anfangen. Zoe konnte ich vor allem wegen ihrer bipolaren Störung nicht ganz nachvollziehen und - wie schon gesagt - ich hätte einfach gerne noch mehr über das Krankheitsbild an sich erfahren, um ihre Art nachvollziehen zu können, denn so blieb sie für mich doch ein unberechenbarer und teilweise blasser Charakter.
Hannah wurde mir mit der Zeit richtig unsympathisch. Zum einen hat es mich gestört, wie sie immer in Selbstmitleid versunken ist, auch wenn sie mir an manchen Stellen tatsächlich Leid tat, zum anderen finde ich es aber auch grob fahrlässig, dass sie mit ihrer kranken Freundin auf so einen Road Trip verschwunden ist und konnte viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen. Manchmal wirkte Hannah auf mich einfach wie ein kleines Kind und vollkommen verantwortungslos.
Überhaupt nicht leiden konnte ich außerdem Danny, Hannahs Freund. Ich finde, der Roman hätte genauso gut auch ohne ihn funktionieren können und wäre vielleicht sogar um einiges besser, denn Danny hatte für mich einfach keinen Charakter und war mir absolut unsympathisch.

Der Schreibstil von Wendy Wunder ist einerseits zwar ganz angenehm zu lesen, andererseits aber eben auch - wie schon bei der Handlung gesagt - etwas verwirrend. Insgesamt finde ich ihn nicht schlecht, aber auch nicht herausragend, einfach mittelmäßig.

Fazit: Wendy Wunder hat mich mit "Das Glück wächst nicht auf Bäumen" leider etwas enttäuscht, die Handlung war mir teilweise zu überzogen, die Charaktere unsympathisch oder zu oberflächlich und der Schreibstil einfach mittelmäßig.

Knapp zwei Bücher würde ich dafür liegen lassen!

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6 Kommentare

  1. Das ist jetzt die zweite negative Meinung, die ich über das Buch höre ... vorerst kommt es wohl nicht auf meine Wunschliste ;) Schöne Rezension auf jeden Fall!

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  2. ISt es nicht eigentlich so, das wir durch die 100% Sterbewahrscheinlichkeit, jeden Tag als besonders wahrnehmen sollten. Man hat doch immer nur ne begrenzte Zeit und ob das 3 Tage oder 50 Jahre sind, ist iwie egal..
    Denkst du eigentlich, man kann eine Krankheit aus dem CHarakter eines Menschen weglassen? Schließlich macht sie doch einen Teil davon aus. Und wenn sie diNGe nicht kontrollieren kann, dann gehört das einfach dazu, auch wenn die Person es nicht will.
    Was ist denn jetzt an einer bipolaren Störung so, dass man nicht mehr lange Zeit hat?
    Ich finde schon der Klappentext klingt normal. Einfach nach...Drama. Wo keines hingehört.
    Hm...ja, danke, für dei gute Rezi. Das Buch lese ich dann wenn, um Aggressionnen abzubauen:)

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    1. Hm, ich glaube, wir haben uns schon genug unterhalten, als dass ich hier noch groß antworten muss, oder? :D

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  3. Schade, dabei sieht das Cover so toll aus, aber nun liegt es auf meinem SuB :(

    LG Piglet <3

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    1. Vielleicht gefällt es dir ja besser als mir :)

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