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Buchrezension: Nashville oder das Wolfsspiel

Donnerstag, Januar 02, 2014

http://www.amazon.de/Nashville-oder-Wolfsspiel-Antonia-Michaelis/dp/3789142751/ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1388671283&sr=8-7&keywords=Nashville#reader_3789142751Allgemeines

Titel: Nashville oder das Wolfsspiel
Autor: Antonia Michaelis
Verlag: Oetinger
Preis: 17,95 €
Seiten: 480
Genre: Thriller

Klappentext

Die achtzehnjährige Svenja findet in einer Abseite ihrer neuen Tübinger Studentenwohnung einen verwahrlosten, stummen 11-jährigen Jungen und nimmt ihn bei sich auf. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville. Als eine Serie von Morden an Obdachlosen die Stadt in Aufruhr versetzt, wird Svenja unruhig. Hat Nashville, der immer wieder heimlich verschwindet, etwas damit zu tun? Bald schon merkt sie, dass nicht nur Nashvilles, sondern auch ihr Leben bedroht ist.



Zitat

In den Haaren des Kindes hingen kleine Stücke von Ästen und
Blättern. Seitlich am Kinn war es mit etwas Dunkelrotem beschmiert,
das nicht von Nudeln kam. Blut. Aber es gab keine Wunde dort.
Es war, wenn es Blut war, das Blut von jemand anderem.


Meine Meinung

Antonia Michaelis lässt mich bei jedem ihrer Bücher sprachlos zurück, so auch bei Nashville. Ich war geschockt, überrascht, ergriffen. Von der Geschichte, von dem Ende, von einfach allem.

Das Cover passt sehr gut zum Buch. Die Blätter und das Messer stellen in irgendeiner Weise Nashvilles Leben dar und das Bedrohliche, das das Cover ausstrahlt, behält auch das Buch bei.
Der Titel "Nashville" ist kurz, passend und bleibt leicht im Gedächtnis.
Den Untertitel "Oder das Wolfsspiel" finde ich dagegen nicht ganz so gelungen. Zum einen stört mich das "oder", weil es dort einfach kein "oder" gibt, zum anderen ist "das Wolfsspiel" zwar passend zum Buch, jedoch, wenn man das Buch nicht kennt, etwas irreführend. Ich muss ehrlich sagen, bevor ich das Buch gelesen hatte, hat mich dieser Untertitel abgeschreckt, da ich gedacht habe, es würde um Wölfe gehen, was nicht der Fall ist.

Die Geschichte ist unglaublich originell und gut durchdacht. Sie behandelt viele Themen wie Liebe, Freundschaft, Mord, Vertrauen und auch das gesellschaftskritische Thema Obdachlosigkeit. Dabei geht Antonia Michaelis mit allen schwierigen Themen äußerst behutsam um. Man merkt, dass sie sich wirklich Gedanken gemacht hat und versucht, alles so authentisch wie möglich umzusetzen, was ihr auch gut gelingt.

Das Buch ist hauptsächlich aus der Sicht von Svenja, einer anfangs einfachen Studentin, geschrieben. Dadurch, dass Svenja als eine einfache junge Frau dargestellt wird, kann sich der Leser sehr gut in sie hineinversetzen und stellt sich häufiger die Frage "Was würde ich in so einer Situation tun?". Svenja ist selbstbewusst und klug, wodurch sie einem sofort sympathisch wird, aber sie hat auch ihre Macken und verliert mal die Nerven, was sie natürlich menschlicher gestaltet.
Nashville dagegen ist eine einzigartige Persönlichkeit, mit der sich der Leser so wie Svenja erst einmal anfreunden muss, aber auch sehr schnell warm wird. Nashville wird sehr anschaulich, sowohl im Aussehen als auch im Charakter, beschrieben.
Auch die anderen Nebencharaktere werden alle mit zeichnenden Eigenschaften dargestellt und erscheinen sehr real und menschlich.
Die Charaktere, ganz besonders natürlich die Hauptprotagonisten Svenja und Nashville, machen während der Geschichte eine Entwicklung mit, die der Leser selbst mitfühlen und beobachten kann.

Den Schreibstil der Autorin zu beschreiben ist äußerst schwer. Er ist direkt und umschreibend. Er ist schön und grausam. Er gefühlvoll und kalt. Er ist einfach alles. Kein anderer Autor konnte mich rein vom Schreibstil her bisher so begeistern wie Antonia Michaelis. Sie schafft es, dass ich das Gefühl bekomme, ich würde die Geschichte hautnah miterleben, dass ich die absurdesten Dinge nachvollziehen kann, dass ich mitfiebere, lache und in Tränen ausbreche.
Das Buch hält von Anfang an eine hohe Spannungskurve, doch zeitweise konnte es mich nicht vollends fesseln. Es hat immer noch eine gewisse, sehr starke Spannung besessen, aber es hat mich manchmal nun mal nicht gefesselt.

Obwohl das Ende irgendwie abzusehen war, hat es mich doch erschüttert. Ich saß nur noch da, sprachlos, erschrocken und mit Tränen auf den Wangen.

Fazit: Ein origineller und spannender Jugendthriller, der besonders durch wunderbare, menschliche Charaktere und einen einzigartigen Schreibstil überzeugt!

Fünf Bücher würde ich dafür liegen lassen!

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8 Kommentare

  1. Hallo,

    sehr schöne Rezension.
    Mich konnte Nashville leider nicht einfangen.

    LG
    Karin

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    1. danke, schade, dass es dir nicht so gefallen hat...

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  2. Tolle Rezension! Hört sich wirklich spannend an!
    Alles Liebe und ich wüünsche dir ein wundervolles Wochenende.
    <3
    cathslovleybooks.blogspot.de/

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    1. danke, es ist auch wirklich spannend! :)
      Wünsche ich dir auch :)

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  3. Tolle Rezi! Das Buch hört sich genau nach meinem Geschmack an. Wandert direkt auf meinen Wunschzettel...LG Sarah :)

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    1. danke :) es ist wirklich zu empfehlen :)

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  4. Ich hab edas Buch auch gelesen- das Ende verstehe ich nicht,a nsonsten finde ich es ziemlich gut. Ich liebe diesen schreibstil- der sich immer wieder ändert-, vor allem ,weil er einen auch zum Lachen bringt. Ich glaube, ich schreibe eine Rezi...p.S. Gut, dass ich das Buch- wegen dir- gelesen habe.

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    1. hihi, freut mich :) dass du es gelesen hast und das du es magst :D Was denn am Ende?? Und ja, der Schreibstil ist wirklich genial! :)

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